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luſtig macht, iſt geradezu zu fürchten in der Unbarm⸗ herzigkeit, mit welcher er— Alles ſeinem lieben Buche zu Ehren— die Masken abreißt und die Schönpfläſter⸗ chen verſpottet, mit denen wir der Welt gegenüber uns nun doch einmal alle gern bedecken.“
Doctor Anſelmus lächelte.
„Es iſt nicht ſo ſchlimm“ ſagte er dann,„wie Sie meinen. Der Poet vermag freilich ſo wenig als der Maler die Natur zu entbehren, aber wie dieſer kann er ſie doch nur in einer gewiſſen Beſchränkung benutzen; er muß einzelne Züge abſchleifen, andere neu dazu erfinden, und da mag dann ſchließlich wenig genug von dem übrig bleiben, was ihm anfänglich, wie Sie ſich ausdrücken, als Modell gedient hat. Beſitzt übrigens der Poet nicht das Recht, zu verſpotten und zu tadeln, zu geißeln und zu ſtrafen? Und wollen Sie ihm die Stofffreiheit rauben? Was ſich öffentlich zeigt und öffentlich wirkt, muß auch öffentlich beſprochen und öffentlich geſchildert werden dürfen. Iſt der Poet dafür verantwortlich zu machen, wenn er an ſeinem Modell nur Züge entdeckt, die ſeinen Humor reizen?“
Kleopatra lachte.„Ich will nicht weiter mit Ihnen ſtreiten“, rief ſie munter,„aber laſſen Sie ſich's zur Warnung geſagt ſein, lieber Herr Doctor: Ihnen
möchte ich nie als Modell dienen, und wenn, ſo Helſchläger, Wunderliche Leute. I. 2


