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nachdenkend. Bisweilen fuhr er ſich mit der flachen
Hand über die hohe Stirn und über die ſpärlichen
langen Haare, welche ſorgfältig von der linken Seite über den ganzen Scheitel herübergezogen waren. Dann ward ſein Gang haſtiger, ſein Schritt größer, ſein Auge leuchtete ſeltſam auf und ein zufriedenes Lächeln ſpielte um die ſchmalen Lippen. Raſch nahm er vor dem Pulte Platz und griff eben zur Feder, als plötzlich in einem kleinen, unſcheinbaren Häuschen gegenüber mit mächti⸗ gen Accorden ein Klavier angeſchlagen wurde und aus dem geöffneten Fenſter das Lied ertönte:„Was iſt des Deutſchen Vaterland?“
Doctor Anſelmus fuhr wie von einer Wespe ge⸗ ſtochen in die Höhe; voll Verzweiflung rannte er durch das Zimmer, aber all ſein Zürnen, Wüthen, Toben half ihm nichts. Er mußte das Lied Zeile für Zeile, Vers für Vers anhören; erſt bei der letzten Strophe gab ſich der unbekannte patriotiſche Sänger zufrieden; er wußte endlich, wo er Deutſchland zu ſuchen habe, und aus begeiſterter Kehle ſcholl es:„Das ſoll es ſein, das ſoll es ſein! Das ganze Deutſchland ſoll es ſein!“
Doctor Anſelmus athmete auf.„Ja“ wiederholte er dumpf, indem er ſeine Papiere zuſammenſuchte,„das ſoll es ſein, das ſoll es ſein! Das ganze Deutſchland


