Teil eines Werkes 
1. Band (1869)
Entstehung
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nung die Schwelle ſeiner Wohnung nicht mehr betreten hatte, fürchtete er doch jeden Augenblick, einer aller⸗ neueſten Ungeſchicklichkeit von ihr zu begegnen. So trieb ihn die ſteigende Unruhe mehr und mehr im Kreiſe herum, bis er endlich in der höchſten Verzweiflung auf den Einfall kam, ſich ein ganz abgelegenes, von Men⸗ ſchen und Menſchenlärm entferntes Zimmer zu miethen und darin tagüber zu hauſen. Dort mußte er arbeiten, ſchaffen, dichten können!

Leider hatte Doctor Anſelmus auch hier wenig Glück. Am erſten Tag war es eine auf der Straße in voller Thätigkeit begriffene Holzhackerfamilie, welche den Ge⸗ lehrten hinderte, das Haus, zu dem er ſeine Zuflucht hatte nehmen wollen, auch nur zu betreten. Zwar lag das gemiethete Zimmer im vierten Stock, aber des Doctor Anſelmus ſcharfes Ohr hätte jeden Fall des Beils vernommen, das Aechzen der Säge hätte ſein empfindliches Nervenſyſtem völlig zu Grunde gerichtet, ja, ihm wäre geweſen, als ſolle er ſelber geſägt und klein gehackt werden. Es war zu bedauern, aber die deutſche Literatur ſah ſich an jenem Tage wieder um eine Hoffnung ärmer.

Das nächſte Mal ſchien der Verſuch des wackern Gelehrten von beſſerem Erfolg begleitet. Schon ſchritt er in ernſter Sammlung durch das Zimmer, ſinnend,