Teil eines Werkes 
1. Band (1869)
Entstehung
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noch vermocht hatten, ſein Herz vor dem völligen Aus⸗ trocknen und Zuſammenſchrumpfen zu bewahren. Er hat, wie geſagt, auf alle Anſprüche an das Leben ver⸗ zichtet, ſeine einzige Erholung iſt noch, Bücher zu leſen, an die außer ihm kein Menſch mehr denkt, ſeine einzige Freude iſt, Bücher zu ſchreiben, die außer dem Setzer kein Menſch mehr lieſt. Sein einziger Stolz iſt der Doctortitel, den ihm einſt die Landesuniverſität honoris causa zuerkannt hat, und ſein einziger Troſt iſt die Gewißheit, daß ihm dieſe Erholung, dieſe Freude, dieſer Stolz von keiner Macht geraubt werden können, und daß wenigſtens dieſe drei Gefährten und Genien ſeines Lebensherbſtes ihm treu bleiben werden, bis er einmal die Augen ſchließen wird auf immer, um ſie nie mehr zu öffnen und entzückt zur wohlverdienten ewigen Ruhe einzugehen.

Es war des Doctor Anſelmus eigene Schuld, wenn er ſich verurtheilt ſah, ſein Leben in faſt Mitleid er⸗ weckender Einſamkeit zu verbringen; die Unberechenbar⸗ keit ſeiner Launen, ſeine Reizbarkeit, ſeine Unzufrie⸗ denheit mit ſich und der Welt ließen ihn nur ſelten als angenehmen Geſellſchafter erſcheinen, und er hatte im Laufe der Jahre faſt vollſtändig die Fähigkeit ver⸗ loren, durch ſeinen Witz, durch ſein Lächeln und durch

ſeine Lebhaftigkeit zum Vergnügen und zur Unterhal⸗