226 jetzt vertreiben laſſen, bald Ihre Anweſenheit wuͤnſchenswerth machen, und ich zweifle nicht, daß Sie ſogleich umkehren werden, wenn ich Ihnen die Nothwendigkeit zu Gemuͤthe fuͤhre. Verzoͤgern Sie wenigſtens Ihren Abſchied von Eu⸗ ropa ſo lange als moͤglich. Die Zeit iſt gewiß nicht ferne, wo Sie ſich uͤberzeugen werden, daß ich Ihnen ein unendli⸗ ches Vertrauen geſchenkt habe, obwohl Sie jetzt eher das Gegentheil glauben moͤgen. Allein ich will keine Worte un⸗ nuͤtz verſchwenden, da ich doch weiß, daß Sie Ihrem Ent⸗ ſchluſſe treu bleiben werden. Iſt letzteres aber einmal der Fall, ſo brauchen Sie auch einen Beſuch in Waldrode nicht ſo ſehr zu ſcheuen. Es wuͤrde mir ſehr angenehm ſein, wenn Sie mir noch eine recht genaue Schilderung aller Verhaͤlt⸗ niſſe, wie ſich dieſe dort gegenwaͤrtig geſtalten, aus eigner Anſchauung geben wollten. Ich meine beſonders was die Familienangelegenheiten betrifft. Auch fuͤr Sie ſelbſt wird eine ſolche Schilderung heilſam ſein, indem Sie genoͤthigt werden, Alles recht klar und vorurtheilofrei zu erwaͤgen und dabei völlig mit ſich ſelbſt abzuſchließen. Sie werden jeden Ueberreſt Ihres Schmerzes in dieſe Schilderung niederlegen und begraben koͤnnen; Sie ſtellen ihn damit gleichſam außer⸗ halb Ihres Selbſt und werden ihn voͤllig los. Probiren Sie das, es iſt ein heilſames und ſelten erfolgloſes Mittel. Leben Sie indeß wohl und handeln Sie in nichts uͤbereilt. Jedenfalls werd' ich Ihnen noch einmal ſchreiben, bevor Sie Ihre Reiſe angetreten haben.“
Die Tage entflohen waͤhrend der noch zu treffenden Vorbereitungen ſchnell. Nichts, was erforderlich ſein mochte,


