Teil eines Werkes 
1. Band (1870)
Entstehung
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Lange ſang der ſchöne Präfect ſeine ſchönſten Lieder und Arien vor und in dem Hauſe Philippinens, ehe er wußte, daß er ihr nicht gleichgültig ſei, und noch länger währte es, ehe er am dritten Orte ſich ihr nahen konnte, da ſie ſelten ausging.

Und als es endlich geſchah, da war ſie ſo zurück⸗ haltend und er ſo ſchüchtern und darum mit ſo Weni⸗ gem zufrieden; ein Gruß, ein Blick, ein Walzer wie lange war er davon beglückt! Welch eigenen Reiz hatte dieſe langſam keimende Liebe!

Und wie nachhaltig iſt ſie geweſen gegen das Surrogat, welches man jetzt ſo titulirt, welches, mit Dampf cultivirt, ſich wie dieſer wieder ſpurlos ver⸗ flüchtigt in kürzeſter Zeit!

Nach beendigtem Curſus, nicht mit dem amo, ſon⸗ dern mit allem Andern, was das ymnaſium lehrt, hatte Friedrich auf den Rath ſeines Vnkels, Pathen und Wohlthäters, des Hofſchneidermeiſters Biedermann, die ihm offerirte Hauslehrerſtelle im Saalgebiet ange⸗ nommen vorläufig, wie er meinte er wollte ja ſo gern ſtudiren.

Was ſo von ſelbſt in die Hand läuft, muß man ſich windeſtens erſt beſehen, ehe man es fallen läßt hatte dieſer geſagt;es iſt manchmal beſſer als das, was man ſucht.