Teil eines Werkes 
1. Band (1870)
Entstehung
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und mit ihnen ein fruchtbares Feld für die Eroberungs⸗ luſt der Frauenwelt.

Einer aber wich dem Entgegenkommen von ſeiten dieſer Welt faſt ſchen aus; das war der nunmehrige Rector des Städtchens an der Saale, Friedrich Stern vulgo der ſchöne Friedrich, als er noch das Gymna⸗ ſium der Reſidenz frequentirte.

Sein muſikaliſches Wiſſen wie ſeine wundervolle Tenorſtimme machten ihn ſpäter zum Präfecten des Chores, welches ſich allwöchentlich vor und in den Häuſern der Großen und Reichen hören zu laſſen hatte es gehörte das zum guten Ton.

Dabei hatte er Philippine geſehen und wieder ge⸗ ſehen und ſein reines Herz an ſie verloren die Liebe kommt ja doch zumeiſt erſt durch die Augen in dieſes, und Ph vpine war ſchlank, dunkellockig, blühend von Geſtalt u angenehm, artig und ſittſamen We⸗ ſens, welch letztene Eigenſchaft ihn noch ganz beſonders anzog.

Ihr Vater war Regierungsrath, ihre Mutter todt, und deren Stelle hatte nun nach des Vaters Willen naturgemäß die älteſte ſeiner vier Töchter zu verwalten, welche Einrichtung ſie ſelbſt ſehr angenehm, die jüngern aber im Gegentheil berührte; ſie hatten ſämmtlich keine Luſt, ihr zu gehorchen, ſie waren ihr ja ebenbürtig.