Teil eines Werkes 
2. Band (1870)
Entstehung
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ſie in Conflict mit ihrem Gewiſſen, ob ſie das ſo ohne weiteres dürfe, da ſie nicht dazu vorbereitet war, ſo zu ſagen, darauf gelernt hatte. Währenddeſſen ward Frau von Barryt eine junge Anverwandte übermacht, welche Fanny's Stelle einnehmen konnte, ihr Engagement löſte ſich alſo von ſelbſt. Indeß ſollte Fanny nicht eher gehen, als bis ſie einen ihr durchaus paſſenden Platz gefunden und ihre Dame erſt noch nach Hamburg und Berlin begleitet hatte.

In letzter Stadt machte damals der Pſycholog, Phrenolog und Phyſiognom Boſſard großes Aufſehen. Fanny hatte ſchon in den Berliner Blättern mehrere Artikel über ihn mit höchſtem Intereſſe geleſen und beſchloſſen, zu ihm zu gehen, ſobald ſie dorthin kommen werde, um ſich ſelbſt näher kennen zu lernen. Der Menſch kennt ja oft ſich ſelbſt am wenigſten!

Als ſie eines Nachmittags an das große graue Haus in der Leipziger Straße kam, hielten mehrere Kutſchen da, im Vorzimmer harrten fein behandſchuhte Herren, denn ins Allerheiligſte durfte immer nur eine Perſon kommen. Als die Thür deſſelben ſich öffnete und der Mann die Dame ſah, mußten die Herren noch warten und Fanny trat ein. Das Zimmer war hell, doch höchſt einfach möblirt, der Tiſch aber ganz mit Portraits, bunt und gezeichnet, bedeckt. Der Gelehrte