Nur in einem Hauſe empfing man ſie in rauher Weiſe, aber die es thaten, wußten es nicht.
Johanna wollte den älteſten Bauer des Dorfes be⸗ ſuchen, der ihnen beſonders zugethan geweſen war, als ſie in der Hausflur ſchon ihren Namen nennen hörte und unwillkürlich ſtehen blieb.
„Ja“, ſagte der Alte drinnen,„wir hätten unſern Manuel noch lange haben können, wenn er die Frau nicht gehabt hätte. Ach, ach—“
„Ja“ ſagte ein Anderer,„unſere weltliche Gerechtig⸗ keit iſt doch ſehr kurzarmig. Eine Frau, die ihren Ver⸗ ſtand hat und doch ihren Mann buchſtäblich todt ärgert, die iſt eben nicht beſſer als eine, die ihn vergiftet, und doch wird nur dieſe geſtraft, die Andere geht frei herum.“
Die Beiden ſprachen noch weiter, Johanna aber ent⸗ floh, ſie hatte ſchon zu viel gehört.
Um dieſe Zeit ging mit Fanny Stern eine Ver⸗ änderung vor.
Ihre Stellung bei Frau von Barryt genügte ihr nicht mehr, ſo angenehm dieſelbe auch war. Sie fühlte ein unbeſiegbares Verlangen, mit Kindern umzugehen, ſich einen Platz als Bonne zu ſuchen. Weil ſie aber damit eine große Verantwortung auf ſich nahm, kam


