Teil eines Werkes 
2. Band (1870)
Entstehung
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Zum erſten Male, ſeit ſie ſich ſchrieben, hatte Johanna ungewöhnlich lange keine Antwort von Hermann auf

ihren letzten Brief bekommen. Als ihr's gar zu lange ward, ſchrieb ſie einen zweiten und bat zugleich auch die Tante um Nachricht über ihn. Nach wieder ge⸗ raumer Zeit antwortete dieſe allein, daß ſie ſelbſt von ihrem Sohne ſelten Briefe bekäme, weil er viel zu thun und keine Zeit habe zu dergleichen Jugendbeſchäf⸗ tigungen. Uebrigens befinde er ſich wohl. Johanna, welche gefürchtet, er könne krank ſein, beruhigte ſich vorläufig dabei und dachte daran, daß er ihr geſagt hatte, er wolle raſtlos lernen und ſtreben.

Indeß kam die rauhere Jahreszeit herbei und mit ihr eine bedeutende Verſchlimmerung in Cäciliens Zuſtand. Sie fror immer, ward kleiner, ſtatt größer, und blieb endlich ganz liegen. Als nach Weihnachten

die Tage länger wurden und der Schnee zum erſten Male ſchmolz, hatte ſie ausgekämpft.

Die Paſtorin geberd ſich gls wolle ſie ſich ſelbſt mit ins Grab legen, f lief uher nichtsdeſtoweniger in der folgenden Nacht ſo kuhig wie in der, in welcher Cäcilie geſtorben war, bewacht und geſtützt vom Vater, Jo⸗ hanna und dem Vetter Mediciner, welchen der Pfarrer

dringend um ſeinen Beſuch gebeten hatte, weil die

Kranke ſo ſehnlich nach ihm verlangt. Sie hatte ſich