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rechtlichen Vaters. Ich habe ihm Alles zu bedenken gegeben und er hat mir immer geantwortet wie ein Mann von Ehre.“
„Das war, ſolange er bei Dir war; meine Schwe⸗ ſter wird ſchon durchſetzen, daß ſich das ändert.“
„Das müſſen wir doch erſt abwarten“ ſagte der Pfarrer, obſchon er dieſes Durchſetzen aus eigener Er⸗ fahrung kannte.
Frau Lesnau war auch wirklich ſchon activ. Sie hatte einen geſcheidten Einfall gehabt, nämlich den, einfach die Briefe zu unterſchlagen, welche ihr Sohn und Johanna ihr vertrauensvoll zur Weiterbeför⸗ derung überſandten. Auf dieſe Weiſe wußten ſie nicht, wer zuletzt geſchrieben hatte, wer die Antwort ſchuldig geblieben war. Als Mutter glaubte ſie ſich das erlauben zu können, es geſchah ja zu Hermann's Beſtem!
Wenn dem Vater von Frau Lesnau, dem alten redlichen Regierungsrath, ein ztelungenes Unrecht, eine ſogenannte moderne Klugheit in Ohren kam, hatte er immer gefragt:„Aber wo bleibt das Gewiſſen?“ Wie kam es doch, das ſeine Töchter dieſe Frage ſo ſelten aufwarfen, daß Frau Lesnau ihren geſcheidten Einfall hinſichtlich des mißbrauchten Vertrauens ſo ohne Gewiſſen in Scene ſetzte?


