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gut, ſchon weil man den Arzt gleich zur Hand hatte. Auch Johanna hatte ſich zu ihrem Vortheil verändert, war geſetzt worden. Die fröhlichen Lieder waren ver⸗ klungen, ſtill wie ein Geiſt ging ſie im Hauſe umher, als ſuche ſie etwas. Ihr fehlte der helle Himmel, das Grün der Bäume, das treuherzige Begegnen der Men⸗ ſchen, ſie fühlte ein unſagbares Heimweh nach Allem, was ſie verlaſſen. Am ſichtbarſten aber empfand Cäcilie, die zarte Pflanze, alle geſundheitlichen Nachtheile des Stadtlebens und dieſes Wechſels überhaupt. Zuerſt konnte die Paſtorin auch hier nur Beſſeres ſehen. Cäci⸗ liens Haut war rein, ihr Auge glänzte, ihre Wangen zeigten zuweilen eine feine hohe Röthe, wie gemalt. „Wie ſchön ſie wird“, dachte die Paſtorin. Daß das Alles eine ſehr gefährliche Schönheit, der Uebergang zum gänzlichen Welken ſei, daran dachte ſie nicht, bis es eben ſichtbar ward. Cäcilie ward bläſſer, reizbarer, matter, ihre Haltung gebückter, ein bedenklicher Huſten ſtellte ſich ein, der Athem war kurz— die beiden conſultirten Aerzte gaben nicht viel Hoffnung. Und dazu kein bekanntes
Geſicht, kein heimiſcher Laut. Wie freuten ſich alle,
als der Student Max in die Ferien kam und noch zwei Commilitonen mitbrachte, welche zwar zu Ulrikens
Beruhigung nur einige Tage blieben, aber doch einen
friſchen Luftzug in die ſchwüle Atmoſphäre des Pfarr⸗


