Teil eines Werkes 
2. Band (1870)
Entstehung
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die Schulter, faßte mit der Linken den aufgeſchlagenen Dichter, in welchem er vorhin geblättert hatte, und damit hinunter nach Johanna deutend, las er als Ant⸗ wort auf des Onkels Worte die vor, welche da gedruckt

ſtanden: Immer niedlich, immer heiter,

Immer lieblich und ſo weiter, Stets natürlich, aber klug, Nun, das, dächt' ich, wär' genug!

Es war Hermann's Herzensmeinung; er hatte noch keine Ahnung, daß eine Zeit kommen werde, wo Alles, was Johanna an derartigen Gütern beſaß, nicht genug ſein werde.

Er ſagte ihr noch beim Abſchiede, daß er raſtlos lernen und ſtreben wolle, die Zeit bald herbeizuführen, wo ſie ſich nicht mehr trennen würden. Er ſchrieb oft, konnte nicht erwarten, bis ihre Antwort kam, ſandte ihr Noten, Bücher und andere bedeutungsvolle kleine Geſchenke, und als er die neue Stellung angetreten hatte, bekam Frau Lesnau wirklich von ihrer Schweſter Ulrike zuweilen ein paar Zeilen beigelegt, von Jo⸗ hanna faſt allemal und auch von demHerrn Schwager öfter ein paar artige, launige oder herzliche Worte.

Die neue Lebenshoffnung hatte dieſem alle vorher⸗ geſehenen und unvorhergeſehenen ſchmerzlichen Eindrücke des Losreißens von Allem, was ihm theuer war,