Teil eines Werkes 
4. Band (1861)
Entstehung
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häusliche Glück überließ, welches ſich in der ganzen Er⸗ ſcheinung des edlen Paares kund gab. Ihren Sohn Fer⸗ nando ſah ſie nicht wieder; nach ſeiner ſpäteren Heim⸗ kehr fand er nur ihr Grab auf dem Friedhofe der Stifts⸗ kirche von Cordova.

Arnold von Viana und ſeine Gemahlin führten bald ihren länger gehegten Wunſch aus, ſich faſt gänzlich vom Hofe zurückzuziehen. Nur bei außerordentlichen, ſehr feierlichen Gelegenheiten erſchienen ſie ſpäter an dieſem. Ein Theil ihrer Güter lag in der Nähe derjeni⸗ gen, welche das Eigenthum Gonſalvo's de Cordova wa⸗ ren. Sie hielten ſich meiſtens auf dieſen auf, und erfreu⸗ ten ſich dabei des häufigen Umganges des edlen Ritter⸗ fürſten. Gleich dieſem beſchäftigten ſie ſich angelegentlich mit der Verbeſſerung ihrer Beſitzungen und der ihnen nahegelegenen Bezirke. Auch dem Schickſale der unglück⸗ lichen Moriscos, von denen Viele in dieſer Gegend wohnten, weihten ſie ihre angelegentliche Aufmerkſam⸗ keit. Sie folgten Gonſalvo's Beiſpiele, indem ſie ſie ſo⸗ viel wie möglich gegen die unbarmherzigen Verfolgungen des Ketzergerichtes ſchützten und für geeignete Lehrer und ſonſtige Mittel der Aufklärung ſorgten, um ſie dem Aberglauben und der Unwiſſenheit zu entreißen. Die Ausgezeichnetſten Spaniens ſammelten ſich um ſie, und ihr Haus galt wie das des großen Feldherrn für die