Teil eines Werkes 
4. Band (1861)
Entstehung
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ſein letzter und größter Wunſch vorenthalten blieb, da er das Purpurkleid auf der gehaßten Perſon ſeines glück⸗ licheren Nebenbuhlers, des Cardinals Timenes, ſah. Vergebens hatte er die Colons verfolgt, dann Fernando Cortez und Las Caſas, alle Diejenigen, die ihm durch ihr Genie, ihren Muth oder ihre Tugend entgegentreten konnten aller empfundene Neid, alle gezeigte Bosheit, alle Arbeiten und Anſtrengungen führten ihn nicht auf die letzte Stufe ſeiner heißeſten Wünſche. Er raffte ein großes Vermögen zuſammen und hinterließ es lachenden Erben, ohne daß die Härte ſeines Herzens und die eifer⸗ ſüchtige Unruhe ſeines Geiſtes ihm auch nur einen Augen⸗ blick wahren Genußes weder in der Kraft ſeiner männ⸗ lichen Jahre, noch in der Freudloſigkeit ſeines Alters gewährten.

Beatrir lebte noch einige Jahre in größter, klöſter⸗ licher Zurückgezogenheit in Cordova. Mit Diego's reich⸗ lichen Zuſchüſſen erleichterte ſie das Loos der Armen und Kranken. Dieſe, der Wohlthätigkeit geweihten Be⸗ ſchäftigungen und religiöſe Uebungen füllten den größten Theil ihrer Zeit aus. Ihr Leben war dem Gottesdienſt werkthätiger Reue über die durch eigene Verkehrtheit verfehlte Beſtimmung gewidmet. Arnold von Viana und ſeine Gattin beſuchten ſie noch einige Male, wobei ſie ſich nur dem Gefühl einer wehmüthigen Freude über das