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werden kann, ſo muß Don Diego Colon Ovando's Platz einnehmen.“
„Was ich thun kann, um die Sache zu fördern, ſoll geſchehen,“ ſprach der Cardinal nachdenkend.„Doch liegt ſie in Gottes Hand, in welcher die Herzen der Menſchen weich ſind wie Wachs vor der Sonne. Wir werden ſehen, wie er das Gemüth des Königs lenkt. Mehr kann ich Dir nicht verſprechen.“
„Es iſt Alles, was ich wünſche,“ erwiederte Ferrer.
„Wenn wir wieder zuſammen treffen, ſo theile mir mit, welche Gunſt ich Dir zu Deinem eigenen Beſten an⸗ gedeihen laſſen kann. Ich habe Dir dieſe noch immer aufbehalten. Vielleicht wird Deine Wallfahrt hienieden länger dauern als Du glaubſt.“
Er entließ ihn mit dieſen Worten. Jayme Ferrer verbeugte ſich tief und entfernte ſich.—
Wirklich verfehlten die gewichtigen Vorſtellungen des Cardinals nicht ihres Eindruckes auf den König. Wohl war dieſer der einzige Mann in allen ſeinen Rei⸗ chen, dem Solches gelingen konnte. Er willigte endlich ein, Diego die ſeinem Vater gewährten Zuſagen wenigſtens theilweiſe zu erfüllen. Er ernannte ihn zum Großadmiral des Weltmeeres und zum Statthalter, wenn auch nicht zum Vicekönig von Indien. Auch erlaubte er ohne Wi⸗ derſtreben die Vermählung Maria's von Toledo mit ihm,


