Teil eines Werkes 
4. Band (1861)
Entstehung
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Sie ſtreckte ihre feine, ſchmale Hand aus. Diego ergriff ſie, führte ſie an ſeine Bruſt, an ſeine Lippen, und breitete endlich ſeine Arme aus, in welche Maria ſank. Es war der Lohn für jahrelange, heiße Liebe, für wan⸗ delloſe Treue, für alle Geduld und alle Sorge, die ſeine eigenen Angelenheiten erforderten, für alle die kindliche Verehrung, mit der er das Andenken ſeines großen Va⸗ ters pflegte. Es war das Glück, was ſeine prüfende Ver⸗ nunft in den Stunden der Niedergeſchlagenheit ſo groß fand, daß es ihr wie ein gaukelndes Traumbild vor⸗ ſchwebte es war zur Wahrheit geworden er hielt es an ſeiner Bruſt, feſt und innig, als wolle er es nie wieder laſſen!

Elvira's Gegenwart war in der Exaltation der Em⸗ pfindungen der Liebenden von dieſen faſt vergeſſen worden. Endlich wandten ſich ihr Maria's Blicke wieder zu.

Elvira, rief ſie, vor ihr niederknieend,ſage mir, daß Du unſere Liebe billigſt, daß Du handeln würdeſt wie ich, wärſt Du an meiner Stelle daß Du noch im⸗ mer wie in früheren Tagen jede kleinliche Rückſicht verachteſt, jedes furchtſame, ſelbſtiſche Zaudern verwirfſt, wenn unſer Herz uns gebietet, groß und frei zu han⸗ deln!

Elvira unarmte ſie liebevoll und reichte Diego ihre Hand, welche dieſer mit ehrfurchtsvoller Liebe an ſeine