Teil eines Werkes 
4. Band (1861)
Entstehung
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Nun warf ſie ſich neben dem Bette auf die Knie und heftete das thränenloſe Auge auf das blaſſe Geſicht des Sterbenden. Sie ergriff ſeine Hand; noch war Le⸗ ben und Wärme in ihr, und angſtvoll rief ſie:

„Chriſtobal!“

Dieſe Stimme klang ſo liebevoll und zärtlich in Columbus' Ohren, daß ſie ihm die ſchönſten Tage ſeines längſt entſchwundenen häuslichen Glückes zurückrief. Er ſchlug die Augen auf und richtete ſie mit dem vollen Ausdruck der Liebe auf die Kniende. Dieſe ſprach tief ergriffen:

„Chriſtobal, kannſt Du mir verzeihen?— Gehe nicht hinüber in das Zenſeits, ohne mir zu ſagen, daß Du mir nicht zürnſt.“

Er ſchwieg. Jacopo ſprach feierlich:

„An der Pforte des Grabes iſt unſer Blick geläu⸗ tert, und die irdiſchen Verhältniſſe erſcheinen uns anders, als im Getreibe des aufregenden, wechſelvollen All⸗ tagslebens.“

Nun hörte man vollkommen deutlich die Worte des Kranken:

„Auch ich trage einen Theil der Schuld, die uns vereinigte und trennte. Wir irrten, und büßten Beide un⸗ ſer kurzes Glück durch lange Entfremdung. Ich hätte das großmüthige Geſchenk Deiner Jugend und Schönheit