239
ſeine Anſprüche gegen andere ihm in Caſtilien anzuwei⸗ ſende Güter und Würden aufzugeben.
Allein Columbus war weit entfernt, hierauf einzu⸗ gehen. Als ſein ſeit Jahrzehenden raſtlos verfolgtes Unternehmen endlich zur Ausführung kommen ſollte, hatte er im Lager von Sante Fe lieber jede fernere Unter⸗ haltung darüber aufgegeben, ehe er in den ihn dabei ſelbſt betreffenden Forderungen nachließ. Zetzt, nach vier⸗ zehn Jahren, da der Erfolg jenes Unternehmens ſo glän⸗ zend feſtſtand, war er ſo wenig wie damals zu irgend einer Verzichtleiſtung zu bewegen. Er folgte dem Hofe nach Valladolid und wurde mit der Achtung, die ſeinem Rufe und ſeinen Thaten gebührte, behandelt, ohne jedoch die ihm früher bewieſene beſondere Gunſt wieder zu erlangen. Ferdinand betrachtete ihn ſiets mit innerem Mißbehagen wie einen Gläubiger, deſſen Anſprüche zu gerecht waren, um abgeleugnet zu werden, jedoch zu groß, als daß er ſie hätte befriedigen wollen.
Eines Tages befand ſich Columbus in einem der Vorzimmer des königlichen Palaſtes, den Augenblick er⸗ wartend, in welchem er zum Könige beſchieden werden würde. Der größte Theil der gewöhnlichen Umgebung des Königs war in dem weiter entfernten Gemache ver⸗ ſammelt, ſo daß außer einigen Geiſtlichen und Edelknaben nur ſein Sohn Diego in feiner Nähe war. Indem der
——


