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Ayra la Horra, die edle Sultanin, weilt ſie noch auf der Erde?“
„Sie lebt, um den Untergang ihres Geſchlechtes in Einſamkeit und Zurückgezogenheit zu betrauern,“ entgeg⸗ nete er.„Die Welt bietet ihr keine Freude mehr. Ihr Blick iſt über das Grab hinaus gerichtet, doch will ſie nicht freiwillig die Stunde der Erlöſung, der endlichen, feſſelloſen Freiheit herbeiführen.“
„Und Du ſelbſt, ſeltſamer Mann, wie kamſt Du zu dieſer letzten wunderbarſten Verwandlung?“
„Ich ging nach Smyrna, wohin mich ſchon lange Handelsgeſchäfte riefen. Einige Jahre verblieb ich dort, bis Jayme Ferrer aus Cordova mich aufſuchte. Wir waren lange genaue Freunde, ſein Haus ſtets das meini⸗ ge, wenn ich mich länger oder kürzer in Cordova aufhal⸗ ten konnte. Ich willigte ein, ihm nach Jeruſalem zu folgen. Wir erreichten, nachdem wir es wieder verlaſſen, eine wüſte Gegend und mußten in ihr Zelte für unſer Nachtquartier aufſchlagen. Da überfiel uns ein diebiſcher Beduinenſtamm, erſchlug unſer Gefolge und raubte den größten Theil unſerer Habe. Auch mein edler Freund war unter den Sterbenden. Ehe er jedoch dahinſchied, ſetzte er mich mündlich zum Erben ſeines ganzen Nach⸗ laſſes, ſowohl in der Fremde wie in der Heimath ein.


