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in welchem ich vordem den Pflichten meines heiligen Berufes vorſtand. In jener dunkeln, bergigen Einöde, welche das Kloſter umgiebt, hoffte ich endlich mit Gott allein ſein zu dürfen.“
„Du hatteſt Dir,“ ſprach Ferrer weiter,„in dieſem dichten Kaſtanienwalde mit eigener Hand eine Hütte er⸗ baut, die kaum ſo groß war, daß Du in ſie treten konnteſt. Hier verbrachteſt Du Deine Tage im Gebet und in Be⸗ trachtungen über die heilige Schrift; gleich den alten Klausnern lebteſt Du nur von Kräutern und Waſſer, und übteſt Dich im Faſten, Wachen und Geißeln.“
„Ja,“ ſprach der Cardinal, indem ſich eine angen⸗ ſcheinliche Befriedigung in ſeinen Zügen malte,„ich wünſchte gleich dem heiligen Franziskus die Abtödtung des Fleiſches zu erreichen. Ich errang dies glorreiche Ziel, und in der Einſamkeit meiner Nächte dürfte ich mich Entzückungen hingeben und des Umgangs himmli⸗ ſcher Geiſter genießen. Dieſe geweihten, friedevollen Stunden in der Einſiedelei zu Caſtannar ſind die ſchön⸗ ſten meines Lebens!“
Er hielt inne und richtete ſeine dunkeln Augen gen Himmel, indem ſie noch einmal von jener Schwärmerei ſtrahlten, welche man früher ſo oft in ihnen geleſen hatte. Dann ergriff er den an ſeinem Gürtel hängenden Ro⸗


