Teil eines Werkes 
4. Band (1861)
Entstehung
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ſeinem mit Sammt, Seide und Goldſtickerei geſchmückten Bette war eine elende, hölzerne Pritſche verborgen, auf welcher er wenn er nicht den harten Fußboden zu ſei⸗ nem Lager erkor ſich am Abende hinſtreckte, ganz ſo, als ſei er noch der einfache Mönch, der eifrigſte Jünger des heiligen Franz von Aſſiſſi. Dieſe ſtrengen Grund⸗ ſätze und tadelloſe Reinheit ſeiner Sitten hatten ihm durch ganz Spanien den Ruf der Heiligkeit erworben und ſeine ſo oft geprüfte Tugend hatte auch die ſchwerſte aller Proben die Schmeicheleien eines Hofes ſiegreich be⸗ ſtanden. Die ernſte Zucht der harten Kloſterregel hatte ſein Herz gegen die Umſtrickungen der Ueppigkeit geſtählt, wenn es ſich auch gegen diejenigen des Ehrgeizes nicht ganz ſo feſt bewies.*)

Jayme Ferrer blieb eine Weile ſchweigend vor dem mächtigen Manne ſtehen. Dieſer hatte einen hölzernen, grobgearbeiteten Schrank geöffnet und eine Pergamentrolle herausgenommen, welche er aufmerkſam durchlas. Das bärtige, durchfurchte Antlitz des vielgereiſten Juweliers zeigte indeſſen keine Spur von Blödigkeit oder Zagen. Er blickte im Gegentheil mit einer Art von aufmerkſamer Forſchbegierde auf den Cardinal, den man ohne das ihn

) Siehe über Kimenes: Ferdinand und Iſabella, die Ka⸗ tholiſchen, von Prescott.