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ganz nahe trat,„vor Euch liegt das Legendenbuch vom heiligen Jago. Es iſt Euch eine liebe Lecture, ich weiß es aus Eurem Munde.“
Ihre geſenkten Augen fielen auf das Buch. Es war im kleinen Format, ſchwarz gebunden und mit Silber verziert. Auf ſeinen aufgeſchlagenen Blättern ſah man jene großen Buchſtaben, welche, der Mönchsſchrift ſo ähn⸗ lich, in der erſten Zeit nach der Erfindung der Buchdruk⸗ kerkunſt gebräuchlich waren. Sie ergriff es und ſchlug es zuſammen.
„Maria,“ flüſterte er weiter,„wenn es möglich ſein könnte— wenn Ihr mich dereinſt zu lieben vermöchtet— nach Jahren erſt— wenn ich ein Mann bin und Ihr eine holdſelige Jungfrau— gebt mir dies Buch!“
Sie zögerte, athmete ſchwerer, ſtreckte die Hand aus, zog ſie wieder zurück, zitterte heftig— und wußte nicht, wie es geſchehen war— als ſie das Buch in ſeinen Hän⸗ den ſah. Ein faſt dem Schreck verwandtes Gefühl er⸗ faßte ſie. Er aber verbarg es heimlich jubelnd unter ſei⸗ nem Kleide und ſprach zwar noch immer leiſe, darum jedoch nicht weniger feurig:
„Dank, Dank Euch, Maria!— Wenn Ihr bei abendlicher Weile die Laute unter Eurem Fenſter erklin⸗ gen hört— wenn Lieder der Liebe ſie begleiten— Lieder, die von Ritterdienſt und Frauenſchönheit reden— ſo bin
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