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goldenen Schnüren beſetzt, derjenige der königlichen Edel⸗ knaben war, und ſagte dann naiv:
„Ich ſehe nichts davon.“
„Ich darf bis jetzt die Farben meiner Kleidung noch nicht verändern,“ fuhr er fort,„aber unter ihr iſt mir zu tragen geſtattet, wozu mich das Herz treibt.“
Er öffnete ſein Wamms am Halſe, zog ein breites, weiß und roth gewirktes Band hervor, welches um dieſen geſchlungen war; ein goldenes Herz hing daran.
„Dunkelroth waren die Blumen des Kranzes, den Ihr an jenem Tage um Eure Locken trugt; weiß das Gewand, welches Euch bekleidete. Bei dem erſten Tour⸗ nier, dem ich als Ritter beiwohnen darf, ſoll mein Mantel roth, meine Federn weiß ſein, zum Andenken an Maria von Toledo!“
Dieſe lächelte verſchämt, doch war ihre Zunge noch nicht gewandt genug in den Kundgebungen der Galante⸗ rie jener Tage, um ſogleich eine paſſende Erwiederung zu finden. Für Diego wurde der Gegenſtand ſeiner Hul⸗ digungen durch dieſe kindliche Befangenheit nur deſto reizender. Er flüſterte weiter:
„Ihr habt auch das Ringſtechen am vierten Tage nach dem großen Tournier nicht vergeſſen?“
Maria ſchüttelte den Kopf und deutete auf eine gol⸗ dene Spange, welche ihren Arm unſchloß.
1861. VI. Columbus und ſeine Zeit. III. 16


