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rückgekehrt und befand ſich eines Morgens in ihrer dor⸗ tigen Wohnung. Vor ihr ſaßen auf zwei Stühlen ohne Lehne die Marquiſe von Moha und Donna Elvira von Viana, während die Königin ſich auf einer Ottomanne niedergelaſſen hatte. Alle drei waren mit der Fertigung einer Stickerei beſchäftigt, welche das Gewand St. Jago's in Compoſtella zieren ſollte. Sobald dieſe Arbeit beendigt war, wollte ſie die ſo lange aufgeſchobene Wallfahrt dahin unternehmen. So fleißig indeſſen die drei Da⸗ men ihre Arbeit förderten, ſo ließen ſie dieſe doch jetzt einſtweilen ruhen und richteten ihre Blicke auf eine See⸗ karte, welche vor ihnen ausgebreitet lag. Zwei Herren in ſchwarzen Gewändern ſtanden vor dieſer und bezeichneten mit ihren Fingern manche Punkte und Richtungen auf dem unermeſſenen Felde des weſtlichen Oceans. Die Da⸗ men hörten ihren Auseinanderſetzungen aufmerkſam zu. Wenige Schritte von ihnen ſtand der Ritter Don Arnold von Viana. Dieſer war ſeit mehreren Wochen der glück⸗ liche Gatte Elvira's und nahm einen gleich lebhaften Antheil an dem Gegenſtande der Unterhaltung, wenn er ſich auch nicht oft redend in dieſe miſchte. Jetzt verſetzte die Königin:
„Was Ihr mir über die Pläne des Colon ſagt, iſt mir durchaus nicht unbekannt, wenn ich ihnen auch in der letzten Zeit keine Aufmerkſamkeit widmete. Du haſt ſie


