Teil eines Werkes 
2. Band (1861)
Entstehung
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unterbrachen, die ſie zu führen gezwungen wurden. Die ganze wilde und abenteuerliche Tapferkeit der Moslems zeigte ſich zwar alsdann wieder und verbreitete Poeſie und Romantik über die letzten Träger eines Volksſtam⸗ mes, der beſtimmt war, aus ſeinen prächtigen, ſelbſt er⸗ bauten Paläſten vertrieben zu werden und verbannt durch jene Länder zu ſtreifen, die noch die Früchte ſeines Fleißes trugen; beſtimmt, ſich unter Verfolgungen hinzu⸗ ſchleppen, bis ſein Name aus der Weltkarte ausgeſtrichen war. Dennoch waren die Mauren mit den Mängeln ihrer geſelligen Einrichtungen und mit der Starrheit, mit welcher ſie den mohamedaniſchen Gebräuchen und orientaliſchen Mißbräuchen anhingen, eines wirklichen, erneuten Aufblühens unfähig. Sie vollendeten ihren Kreislauf in der Geſchichte der Völker, indem ſie durch das nämliche Recht des Stärkeren aus einem Beſitzthum vertrieben wurden, welches ſie einſt durch dieſes ſich an⸗ geeignet hatten. Noch heute beten die afrikaniſchen Mau⸗ ren in manchen ihrer Moſcheen um die Heimkehr zu dem köſtlichen Sitze ihrer Vorfahren, in jenes gelobte Land, da Milch und Honig fleußt, das ihnen jedoch nur aus blumenreichen Traditionen bekannt iſt.

Drei Monate ſchon waren ſeit dem glänzenden Ein⸗ zuge der ſpaniſchen Herrſcher in Granada verſtrichen. Die Königin Iſabella war wieder nach Santa Fe zu⸗