Teil eines Werkes 
2. Band (1861)
Entstehung
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ſondern ihr natürlicher Feind bleiben mußte. Das chriſt⸗ liche Spanien war nun eine Macht erſten Ranges unter den europäiſchen Staaten. Ein gemeinſames Band vereinigte alle entfernten Länder zu einem großen Gan⸗ zen. Das ſpaniſche Heer hatte ſich in dieſen langen Krie⸗ gen bedeutend vervollkommnet. In den fremden Söldlin⸗ gen, unter denen die Schweizer obenan ſtanden, hatten ſie die beſten Muſter damaliger Kriegskunſt und Geſchick⸗ lichkeit vor Augen, und gewöhnten ſich an Geduld und Ausdauer, an Muth und vollſtändigen Gehorſam. In dieſer vortrefflichen Schule bildeten ſich jene berühmten Feldherren mit ihrem unüberwindlichen Fußvolke, welche den kriegeriſchen Ruf der Spanier über ganz Europa verbreiteten. Unter ihnen ſtrahlt hell der Name Gonſal⸗ vo's de Cordova, des Ritterfürſten, des großen Feld⸗ herrn, des ſpäteren Eroberers und mehrjährigen Vice⸗ königs von Neapel.

Indem wir einen Blick des Bedauerns auf den Un⸗ tergang der ſpaniſchen Araber werfen, welche ſo große Fortſchritte in der Bildung gemacht hatten, müſſen wir bedenken, daß ſie lange ſchon deren äußerſte Grenze er⸗ reichten. Ihr goldenes Zeitalter lag hinter ihnen. Sie ſcheinen die letzten Jahrhunderte in einem Zuſtande ſtar⸗ rer, ſchwelgeriſcher Befriedigung hingebracht zu haben, welche nur Vergnügungen oder die Vorfälle der Kriege

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