niglichen Kapelle ſtimmte ein feierliches Tedeum an, in welches alle Geiſtlichen einfielen. Das ganze Heer ſank auf die Knie vor dem Zeichen, daß der Chriſtenglaube in Granada geſiegt habe. Alle bekreuzten ſich entblöß⸗ ten Hauptes und murmelten Dankgebete. Dann riefen ſie im vieltauſendſtimmigen Echo:„Caſtilien! Caſtilien!“ und„San Jago! San Jago!“— Die Fahne der Herr⸗ ſcher wurde entfaltet, Trompeten und Panken ertönten. Nun trat Gonſalvo de Cordova zu der Königin, küßte knieend ihre dargebotene Hand und ſagte:
„So huldige ich der großen Iſabella auch als Kö⸗ nigin von Granada. Möge ſie mir die Huld bewahren, die ſie mir ſtets als Königin von Caſtilien zeigte.
Alle verſammelten Granden folgten ſeinem Beiſpiel. Dann ſchlug der ganze Zug die Richtung nach der Stadt ein. Vor dem erſten Thor hielt er wieder. Ein ſpaniſcher Herold wurde auf dem höchſten Thurme der Stadt ſicht⸗ bar und verkündete, daß der König von Arragonien und die Königin von Caſtilien hierdurch laut und öffentlich erklärten, wie ſie nur durch die Hilfe des allmächtigen Gottes und der gebenedeiten Jungfrau, des geſegneten Heiligen S. Jago, und ihrer ſämmtlichen Prälaten, Rit⸗ ter und Soldaten dieſe große Eroberung vollbracht hätten. Dann zogen ſieben hundert Chriſten vorbei, welche als gefeſſelte Sklaven von den Mauren feſtgehalten wor⸗ den waren und nun endlich des Glückes der Freiheit theil⸗


