Teil eines Werkes 
2. Band (1861)
Entstehung
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blanken oder dunkeln Harniſche der Krieger. Nicht weit von der Königin ſtand, wie immer ſonſt, auch heute Gon⸗ ſalvo de Cordova, der ſo viel zur Herbeiführung der heutigen Begebenheit beigetragen hatte, zu ſeiner Linken Fernando de Zafra, der Geheimſchreiber. Boabdil hielt ſein Roß an. Alle ſeine düſtern Empfindungen verbannte er jetzt durch den einen Gedanken, daß er in dieſem wich⸗ tigen Augenblicke die ganze Würde des Erben der Cha⸗ lifen zu repräſentiren habe. Gleichgiltig nur ſtreifte ſein Blick Elvira von Viana; das Weh der Liebe war un⸗ tergegangen in dem großen Leid um Krone und Vater⸗ land. Alle ſchwermüthige Weichheit mußte bezwungen werden; ſein Blick war ruhig, ſein blaſſes Antlitz ernſt und gelaſſen. Sein goldblondes Haar ließ deſſen milde, jugendliche Schönheit noch mehr hervortreten. In maje⸗ ſtätiſcher Haltung näherte ſich der Sohn der langen Reihe der ſpaniſch⸗mauriſchen Herrſcher dem Könige Ferdinand, welcher ihm mit der Königin entgegenritt. Das beiderſeitige Gefolge blieb zurück. Nun wollte Bo⸗ abdil ſchnell vom Pferde ſteigen und zum Zeichen der Huldigung Ferdinand's Hand küßen. Dieſer geſtattete es jedoch nicht, ſondern umarmte ihn mit allen Zeichen der Theilnahme und Achtung, indem er ſagte:

Königlicher Bruder, tröſte Dich über Dein Ge⸗ ſchick! Du haſt heldenmüthig für Deinen Thron gekämpft