Teil eines Werkes 
2. Band (1861)
Entstehung
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vergangen, als Boabdil ſich eines Tages, gefolgt von Reduan Benegas, ſeiner Leibwache und mehreren Be⸗ amten ſeines Hofes in den Thurm des Comares begab. Ein gelber, geſtickter Seidenſtoff, mit ſchwarzem Sammt beſetzt, bekleidete ihn; eine ſchwarze ſammtene Kappe, auf welcher eine Krone ſichtbar war, bedeckte ſeinen Kopf. Allein ſein ſonſt ſo jugendlich ſchönes Antlitz war in dieſen letzten Wochen um Jahrzehende älter geworden, ſeine ſtattliche, kräftige Geſtalt gebückt. Man ſah, welche Seelenkämpfe ſie vor der Zeit gebengt und gealtert hatten. In dem großen Audienzſaal, welcher die Halle der Geſandten genannt wurde, erwarteten ihn ſeine Rä⸗ the, viele ſeiner Krieger und der übrige Theil ſeines Ho⸗ fes, zu beiden Seiten des Thrones aufgeſtellt. Die reich vergoldeten, mit Stuck und mit Arabesken verzierten Wände waren aus Cedernholz, mit allen brennenden Far⸗ ben des arabiſchen Pinſels geſchmückt, und erhoben ſich ſo hoch, daß ihr gewölbtes Dach ſich vor dem ſuchenden Auge ganz in Dunkelheit verlor. Die tiefen, in der gan⸗ zen, ungeheuren Dicke der Mauern angebrachten Fenſter waren mit ſchweren purpurrothen Seidenſtoffen verhan⸗ gen; glänzende Fahnen und ſonſtige Trophäen ſchmückten die Wände. Der Sultan ließ ſich auf ſeinem Throne nieder, und es traten auf ein von ihm gegebenes Zeichen die chriſtlichen Herolde und Abgeſandten ein. In glän⸗