Teil eines Werkes 
2. Band (1861)
Entstehung
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auf ihre Lippen drückte. Dann entwand ſie ſich ihm und ſagte wieder leiſe:

„Lebe wohl einſtweilen, Arnold! Vielleicht fügt es

Gott, daß wir uns dennoch einſt fröhlich wiederſehen!“

Sie trat jetzt auf den Weg hinaus, der hinter den Bäumen ſich hinzog. Arnold folgte ihr bald, indem er die beiden Pferde am Zügel führte. Arragoniſche Reiter waren dicht vor ihnen. Sie erkannten den König und den Herzog von Cadix. Dieſe hielten ihre Roſſe an, als ſie Donna Elvira auf ſich zukommen ſahen.

„Wie,“ rief Ferdinand,„ſehe ich recht? Donna Elvira von Viana! Wie kommſt Du auf dieſe unſichere Landſtraße, die heute ſo heftig von den ungläubigen Hei⸗ den bedroht wird? Faſt ſollte man nach Deinem Anzuge glauben, daß Du zu ihnen und nicht zu uns gehörteſt?“

Der König ſprach hierdurch unwillkürlich den Wunſch aus, der ſo lange ſchon heimlich in ihm gelebt hatte, indem er ſeine und nicht ungern vermißte Nichte mit den Augen maß. Dieſe entgegnete:

„Ich bin vor zwei Tagen aus der Alhambra in einer Kleidung entflohen, wie ich ſie mir dort zu ver⸗ ſchaffen vermochte, mein königlicher Oheim, und begebe mich nun als Dame und Grundbeſitzerin von Arragonien in den Schutz Eurer Hoheit.“

„Der ſoll Dir werden, ſchöne Nichte!“ ſagte der