Teil eines Werkes 
2. Band (1861)
Entstehung
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ſchien, wurde ſie gleich ſehr von Scham und Zorn er⸗ füllt. Zu dem Stolz der ſpaniſchen Grandin geſellte ſich derjenige des beleidigten Weibes, und ihre verachtungs⸗ volle Erbitterung gegen Arnold war jetzt ſo groß wie vorhin ihre Liebe zu ihm. Sie überließ ihn kalt dem finſtern Schickſal, das er verdient zu haben ſchien, und wähnte ihre innigſten und heiligſten Empfindungen von einem Unwürdigen verhöhnt. Dieſe verſchwiſterten ſich mit einem tiefen, innern Weh, als ſie ihn fortführen ſah, wobei ſie ſich ſchweigend eingeſtehen mußte, daß mit ſeiner Trennung von ihr jedes irdiſche Glück für ſie da⸗ hin ſei. Wiederum erlitten ihre Gedanken einen voll⸗ ſtändigen Umſchwung, als ſie die Wahrheit aus dem Munde des Hebräers erfuhr, und es beſeelte ſie das lebhafteſte Verlangen, Arnold ſelbſt ihre Reue auszuſpre⸗ chen. Alle ſelbſtverläugnende Großmuth ihrer Seele trat wieder mit ihrer neu erwachten Liebe hervor, und trotz der großen Bedrängniß ihrer Lage verſchmähte ſie jede Rettung für ſich ſelbſt, wenn der ſchuldloſe, von ihr ſo ſchwer beleidigte Geliebte nicht in dieſe mit eingeſchloſ⸗ ſen würde. Eine umfaſſende Verſtändigung, eine voll⸗ ſtändige Aufklärung aller möglichen Mißdeutungen er⸗ folgte ſo bald wie die Flüchtenden ihren erſten Ruhe⸗ punkt erreichten, und ſie verbrachten alle übrigen Stun⸗

den ihres Beiſammenſeins in jenem freudigen Zuſtande *