Tanz der Zambra und feiern ſie in nächtlichen Sere⸗ naden unter ihren Söllern. Unſere gelehrten Frauen haben lange ſchon mit wiſſenſchaftlichen Männern verkehrt und wohnen den Sitzungen der Gelehrtenvereine perſön⸗ lich bei. Einige Verordnungen meiner Vorgänger befehlen die Abſonderung der Frauen in den Moſcheen von den Männern, und verbieten ihre Anweſenheit bei Feſtlich⸗ keiten ohne Begleitung ihrer Ehemänner oder eines nahen Verwandten. Ich habe dieſe Erlaſſe nicht auf⸗ gehoben, weil ich ſie als gerecht erkannte. ²) Wenn Du es aber wünſcheſt, ſo ſoll es geſchehen. Auch zeigen die glänzenden Erſcheinungen unſerer Damen vft genug von Ueppigkeit und Verſchwendung; doch wird die erſte Sul⸗ tanin Boabdil's nie zu viele Pracht entfalten, da alle ſeine Schätze die ihrigen ſind.“
„Sie haben keinen Werth für mich,“ ſprach Elvira kalt wie vorhin.
„Nach den Anſtrengungen der Kampſſpiele,“ fuhr der König fort,„liebe auch ich es, mich durch anmuthige Romanzen und blumenreiche Geſpräche über ritterliche Liebesabenteuer zu vergnügen. Du ſollſt den Stunden meiner Muße ihre ſchönſte Würze geben.“
*) Siehe über die Stellung der Frauen bei den ſpaniſchen Mauren: Die Herrſchaft der Araber, von Conde.


