„Der gramvolle Ernſt will nicht von Deinem Ant⸗ litz weichen, Herrin. Dieſe Tänze und dies Lautenſchlagen meiner Sklavinnen erfreut Dich nicht?“
„Nein,“ erwiederte ſie kurz.„Die gänzliche Stille iſt mir lieber.“
Der Sultan klatſchte in die Hände. Tanz und Spiel verſtummten und die Sklavinnen verſchwanden faſt ge⸗ räuſchlos. Nur das Plätſchern der Gewäſſer und die Worte der Anweſenden unterbrachen noch die Stille.
„Wirſt Du nicht wünſchen, auf den Balcon hinaus zu treten, Herrin, und die Friſche der Morgenluft ein⸗ zuathmen?“ fragte der Maurenkönig wieder.
„Nein,“ entgegnete ſie gleichgültig.„Ich habe nur einen Wunſch: denjenigen, zu den Meinen zurückkehren zu können. Ich habe ihn Dir ſchon mehrfällig ausgeſpro⸗ chen.“
Boabdil warf ſich auf die Polſter einer zweiten, nur wenige Schritte von der Donna entfernten Otto⸗ manne und verhüllte das Geſicht. Elvira fuhr fort:
„Beſtimme ein Löſegeld. Laß es groß ſein; ich werde meinen Freunden eine Weiſung ſenden, daß man es auf meine Beſitzungen in Arragonien aufnehme. Die Golddublonen werden in Barcelona für mich ſchnell auf⸗ zutreiben ſein. Don Gonſalvo und meine übrigen Freunde werden dieſelben für mich beiſchaffen; auch an die Königin


