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ſtiſches Bedenken nicht Arnold's Sache, wenn er irgend ein weibliches Weſen des unmittelbaren Beiſtandes be⸗ dürftig wußte. Er ſchwang ſich daher auf den Söller, hob Zoraya vom Boden auf und trug ſie in das Zim⸗ mer, indem er leiſe die anſtehende Thür öffnete. Kaum hatte er ſie auf eins der an den Wänden ſich hinziehenden Ruhebetten gelegt, als ſie die Augen wieder aufſchlug. Arnold ſagte gedämpft, indem er ſich über ſie beugte:
„Ihr erholt Euch wieder, Herrin. Gott und unſere Frau ſeien dafür geprieſen.“
Sie ſah ihn noch immer mit einem Blicke der Ver⸗ wunderung an, als begreife ſie nicht, wie er hierher in das Heiligthum ihres Frauengemaches gelange. Er aber richtete ſich auf, um ſeinen Rückweg wieder über den Söller anzutreten. In dieſem Momente fiel ſein Blick auf einen kleinen, dürren, alten Muſelmann von abſchrecken⸗ der Häßlichkeit. Er trug ein Bund Schlüſſel an ſeinem Gürtel und der ſtechende Blick ſeiner eingeſunkenen, dun⸗ keln Augen wurzelte auf Arnold, während ein ſauer⸗ töpfiſches, hämiſches Grinſen um ſeine welken Lippen ſpielte. Es war Osman, der Wächter der gefangenen Sultanin, einer der Aufſeher des Serails, welcher ein⸗ getreten war, um dieſe zu erinnern, daß ihre Unterredung draußen beendigt ſein und die Balkonthür wieder ge⸗ ſchloſſen werden müſſe.
1861. V. Columbus und ſeine Zeit. II. 3


