Teil eines Werkes 
2. Band (1861)
Entstehung
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zurückgewichen, jetzt ſtand ſie jedoch wieder in der Bal⸗ konthür. Sie hatte nichts von den Worten gehört oder verſtanden, die zwiſchen den beiden Männern gewechſelt wurden; doch ſchloß ſie, daß Reduan in dem Ueberwältig⸗ ten einen Befreundeten erkannt habe, da er ihm kein Leides zugefügt hatte. Sie trat daher wieder vor, beugte ſich über das Geländer de Altans und rief leiſe:

„Mein Schleier— ich muß ihn wieder haben— gieb mir meinen Schleier!“

Dieſer war nicht auf dem Fleck geblieben, wo Re⸗ duan ihn vermuthete, ſondern jetzt dicht neben Arnold, dem er früher wieder entfallen, hingeweht worden. Dieſer hob ihn raſch auf und überreichte ihn der Dame. Kaum war er indeſſen in deren Händen, als der junge Mann ſie plötzlich ſchwanken und umſinken ſah. Mochte der Schreck, welchen ſie bei dem mörderiſchen Handgemenge der Män⸗ ner empfunden, die angſtvollen Gemüthsbewegungen der letzten Zeit noch geſteigert haben, oder mochten auch andere Urſachen wirken— genug, die verſtoßene Sultanin war von einer Ohnmacht befallen worden. Arnold hatte genug von dem Stande der Dinge aus der angehörten Unter⸗ redung begriffen, um einzuſehen, wie gefährlich es für die Dame ſein könnte, wenn ſie in dieſer Lage hier vor der ge⸗ öffneten Thür ihres Gefängniſſes auch nur von ihren Sklavinnen geſehen würde. Ueberdies war langes, egoi⸗