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für die eigene Pflichtverletzung von dem Zorn Boabdil's zu erlangen. Mit der nämlichen Schnelligkeit alſo, die er in ſeinen Bewegungen im Gefecht zeigte, ſprang Reduan auf, um den Schleier einzufangen und ihn ſeiner Be⸗ ſitzerin zurück zu bringen. Er ſtand daher unmittelbar vor Arnold, ehe dieſer noch einen Verſuch zur Entfernung hatte machen können, ung erblickte den verhängnißvollen Schleier in ſeinen Händen.
„Ha, Verrath, ein Späher hat uns belauſcht!“ rief Reduan leiſe. Im Nu entriß er ihm das dunkle, mit Goldfäden geſtickte Gewebe, und es blitzte der Dolch in ſeiner Hand. Der allmächtige Lebenstrieb war jetzt der erſte Gedanke des jungen Mannes. Er ſprang zur Seite und eilte einige Schritte weiter, um der Mordwaffe zu entgehen. Reduan folgte ihm und erreichte ihn, als ſie dicht vor dem Balkon ſtanden. Noch einmal gelang es Arnold, dem furchtbaren Stahl auszuweichen. Er umfaßte den Mauren und rang mit ihm; indeſſen hatte er ſeine volle Stärke noch nicht wieder nach ſeiner letzten Verwundung erlangt, beſonders der rechte Arm, in welchen der vergiftete Pfeil eingedrungen, konnte ihm nicht ſeine früheren Dienſte leiſten. Die ungeſchwächte Gewandtheit des Mauren trug daher bald den Sieg davon. Dieſer drückte ihn auf die Erde nieder; ſein Knie lag auf Arnold's Bruſt und ſein furchtbarer Stahl blitzte an deſſen Kehle.


