35
verderben würde. So mußt Du ihnen alſo meinen Willen kund thun.“
„Es wird geſchehen, Herrin. Ich gehe morgen in die Stadt, um ſie aufzuſuchen.“
Ein etwas ſtärkerer Luftzug erhob ſich in dieſem Augenblicke. Er bewegte nicht nur die Roſenhecken, ſon⸗ dern ſtrich auch über den Balkon in das geöffnete Ge⸗ mach hinein. Mochten in dieſem an der entgegengeſetzten Seite Fenſter oder Thüren geöffnet ſein— genug, es ent⸗ ſtand ein ziemlich ſtarker Zugwind. Der halb zurück⸗ geſchlagene Schleier der Sultanin wurde von dem Luft⸗ zug erfaßt und mit Gedankenſchnelle zu dem Punkte hin⸗ getragen, wo Arnold ſtand, ſo daß er unmittelbar vor dieſem auf einem Strauch niederfiel. Arnold ſtreckte un⸗ willkürlich die Hand aus, um ihn zu erfaſſen und ſein weiteres Fortfliegen zu verhindern. Reduan indeſſen wußte nur zu gut, wie gefährlich der Sultanin in ihrer gegenwärtigen Lage der Umſtand werden konnte, wenn man ihren Schleier inmitten des Gartens fände. Es würde dadurch verrathen ſein, daß ihr die Ballonthür geöffnet worden, und Osman, einer der Wächter des Serails, würde für ſeine Verletzung der Befehle des Sultans zur Verantwortung gezogen werden. Osman, eine feile Seele, würde dann leicht Reduan's Unter⸗ redung mit der Sultanin verrathen, um dadurch Gnade


