Teil eines Werkes 
2. Band (1861)
Entstehung
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hinter den ſchwellenden Purpurlippen noch mehr hervor⸗ gehoben. Auch ſchien es, als wenn Reduan ganz die Gunſt erkenne, die ihm bewilligt wurde. Seine feurigen Blicke ruhten eine kurze Weile auf ihr, indem er das ihm dargebotene Stirnband annahm. Dann warf er ſich mit dem Geſicht auf die Erde, als müſſe er ſein Auge vor dem Anblicke ſeiner Herrjn geſenkt halten. Dieſe nahm wieder das Wort:

„Ich hoffte ſtets in dieſen Tagen, daß Boabdil ſei⸗ nen Sinn ändern und mich wieder in meine alten Rechte einſetzen würde, denn Allah lenkt die Herzen der Men⸗ ſchen wie den Hauch des Windes. Die Chriſtin würde alsdann meine Sklavin geweſen ſein und ich hätte ſie bald nach Afrika geſchickt. Dort hätte ſie auf dem Markte von Fez verkauft werden und in den Harem irgend eines Emirs wandern müſſen. Boabdil's Augen wären alsdann nicht mehr durch den böſen Zauber ihrer Schönheit verblendet worden.“

„Dies hätte geſchehen können, Gott iſt groß!“ ſprach der Maure, indem er ſich aufrichtete.

„Ich hörte erſt geſtern,“ fuhr ſie fort,„daß Du wieder in Granada ſeiſt. Daher konnte ich Dir meine Botſchaft nicht früher ſenden. Osman wollte nicht ſelbſt zu den Zegris gehen, da er fürchtete, daß ſie ihn in ihrem Zorn dem Könige nennen könnten und dieſer ihn dann