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„ſo daß Granada die allen Völkern gemeinſame Stadt“ wurde.
Die Herrſcher Granadas traten in die Fußtapfen ihrer glorreichen Vorfahren, indem ſie ihre noch immer reichen Einkünfte zur Beſchützung der Wiſſenſchaften, zu prächtigen Bauten und zur Entfaltung königlicher Pracht benutzten. Täglich folgben ſich Feſte und Ritterſpiele; weniger zeigten hierbei die Ritter die kühne Tapferkeit der chriſtlichen Kämpfer, als eine unvergleichliche Reit⸗ kunſt und eine Gewandtheit in anmuthigen, arabiſchen Spielen und ſonſtigen Zeitvertreiben. Das Volk von Granada verlangte wie das des alten Roms beſtändig Schauſpiele. Das Leben war ihm ein langer Faſching, der währte, bis der Feind vor den Thoren ſtand.
Mittlerweile hatten die Spanier eine gleiche Stufe der Bildung erreicht. Ihre beiderſeitigen Könige verhan⸗ delten miteinander auf dem Fuße völliger Gleichheit. Sie machten ſich gegenſeitig Beſuche trotz des ununterbrochenen Krieges, und ſie wurden alsdann von einem Trupp Rit⸗ ter an ihre Grenzen zurückbegleitet. Auch die mauriſchen und chriſtlichen Ritter machten an den Höfen ihrer bei⸗ derſeitigen Herren Beſuche. Manche in Ungnade gefallene eaſtilianiſche Edelleute flüchteten nach Granada und dienten unter den muſelmänniſchen Fahnen. Bei dieſem freundlichen Verkehr nahm jedes Volk etwas von den


