Teil eines Werkes 
2. Band (1861)
Entstehung
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beſtand, betrachteten ſich mit kaum verhehlter Eiferſucht. Ihre geſetzloſen, räuberiſchen Gewohnheiten konnte keine Zucht bewältigen. Alſo durch Parteiungen verkleinert und geſchwächt vermochten die ſarazeniſchen Staaten nicht mehr der chriſtlichen Macht zu widerſtehen, die vom Nor⸗ den her auf ſie eindrang. Zu Ende des eilften Jahr⸗ hunderts trugen die Spanier unter dem Cid ihre Sie⸗ gesfahnen bis an den Tajv. In den beiden folgenden Jahrhunderten leiſteten die aus Afrika herübergekommenen Horden ihren muſelmänniſchen Brüdern tapfern Bei⸗ ſtand; trotz deſſen war gegen die Mitte des dreizehnten Jahrhunderts der mauriſche Beſitz auf die Landſchaft Granada beſchränkt. Hier gründeten die Sarazenen jedoch ein neues Königreich, welches lange den vereinten Kräften der ſpaniſchen Reiche widerſtand. Die Bevölkerung der Stadt Granada beſtand aus zweihundert tauſend Seelen und ſie vermochte fünfzig tauſend Krieger zu ſtellen. Seide war auch hier wieder der Hauptgegenſtand des Handels; die reichen italieniſchen Städte lernten dieſe Arbeiten von den ſpaniſchen Arabern. Florenz bezog ſie von ihnen; auch Genua hatte kaufmänniſche Niederlaſſungen in Granada. In ihren Häfen Malaga und Almeria wim⸗ melten die verſchiedenartigſten Zufuhren ausEuropa, Afrika und der Levante, wie der Geſchichtſchreiber ſagt,