Teil eines Werkes 
2. Band (1861)
Entstehung
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Eigenthümlichkeiten des andern an. Die Spanier ahmten die äußere, gehaltene Würde der Araber nach, und dieſe Letzteren verloren theilweiſe ihre Zurückhaltung, Eiferſucht und große Sinnlichkeit.

Gegen die ſonſtigen Sitten des Morgenlandes fand in Granada ein ungezwungener Umgang der Geſchlechter ſtatt. Mauriſche Damen wohnten unverhüllt öffentlichen Feſten bei. Ihre Ritter trugen von ihnen geſtickte Män⸗ tel und Schärpen, und kämpften öffentlich um den Preis der Tapferkeit, den die Hände der Schönen ihnen dar⸗ reichten, führten ſie zum Tanz, oder ſchlugen beim Mond⸗ ſchein die Laute unter ihren Söllern. Die Verbindung morgenländiſcher Prachtliebe und ritterlicher Tapferkeit verbreitete einen Strahl des Ruhmes über die letzten Tage des ſpaniſch⸗arabiſchen Reiches und diente dazu, deſſen Fehler zu verbergen.

Fortwährend fielen Unruhen in Granada vor, die zuweilen die Grauſamkeit des Herrſchers, häufiger die Parteien des Serails, der Krieger, oder der Pöbel der Hauptſtadt anſtellten. Dieſer Letztere ließ ſich von jedem leidenſchaftlichen Einfall zu den ſchrecklichſten Ausſchwei⸗ fungen verleiten, zur Abſetzung und Ermordung der Herr⸗ ſcher, zur Verwüſtung ihrer Paläſte und ſchönen Kunſt⸗ und Bücherſammlungen. Dennoch leiſtete das Königreich auf eine faſt wunderbare Weiſe während zweier Jahr⸗