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zog ſie ein feines, weißes Tuch aus ihrem Gewande und verband mit dieſem die Wunde, nachdem es ihr gelungen war, das Blut zu ſtillen. Nun befeſtigte ſie ihm wieder mit gewandter Hand ſein Wamms und ſeinen Bruſthar⸗ niſch, indem ſie nochmals die Schleife darunter legte. Alles dies geſchah möglichſt raſch, und da die Aufmerkſamkeit des Maurenkönigs ziemlich lange durch ſeine von mehre⸗
ren Seiten anlangenden Hauptleuten gefeſſelt wurde, ſo
beachtete er dieſe unfern vorgehende Scene wenig.
„Laßt mich nicht von Euch trennen, Donna Elvira,“ flehte Arnold, während ſie um ihn beſchäftigt war.
„Ich habe Dir verſprochen, daß ich jeden Deiner Wünſche berückſichtigen würde, ſobald Du mirjene Schleife vor Augen brächteſt,“ erwiederte ſie mit holdem Lächeln. „Du ſollſt ſehen, daß ich meines Wortes gedenke.“
Sie ſetzte ihren Hut wieder auf, zog ihren Schleier vor und trat zu ihrem Maulthier. Arnold hatte ſich ganz aufgerichtet und ſtand einige Schritte hinter ihr.
Von Reduan Benegas war von hieraus nichts zu erblicken. Die mauriſchen Anführer hatten Bericht von ihm erſtattet, und dann berieth der Sultan den Weg mit ihnen, der am beſten einzuſchlagen wäre, um die reiche Beute des Tages mit nach Granada fortzubringen. Er wandte ſich nun zu Elvira:
„Wird es Dir gefallen, Herrin, Dein Maulthier


