Teil eines Werkes 
1. Band (1861)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

187

die zu den Kämpfen in der Arena beſtimmt waren. Mit ungeheurer Stärke begabt liefen ſie in ungezähmter Wild⸗ heit auf ihrer heimiſchen Weide umher; wenig von Men⸗ ſchen geſehen, kannten ſie nur den einſamen Hirten, der ſie hüthete, und auch ſelbſt dieſer wagte es zuweilen nicht, ſich ihrem wüſten Toben zu nähern. Ihr drohender An⸗ blick, wenn ſie von der felſigen Höhe herabſchauten, und ihre furchtbaren Stimmen verliehen der rauhen Gegend eine noch größere Wildheit. Wenn dieſer nun auch der liebliche Zauber der tiefer gelegenen Landſchaft fehlte, ſo zeigte ſie doch eine Größe und Erhabenheit, welche ihr einen nicht weniger poetiſchen Reiz verlieh. Unbeſchreibliche Stille und Einſamkeit herrſchte dann wieder, wenn man dieſe Thäler hinter ſich hatte, und man wurde an den wilden und unfreundlichen Charakter Afrikas erinnert. Kein Singvogel ließ ſeine heitere Stimme erſchallen; nur der Geier und der Adler kreiſten um die Höhen und ſchwebten über den Ebenen; Schaaren von ſcheuen Trap⸗ pen ſtrichen über die Heiden. Ein in Ruinen liegendes Dorf mit verwitterten Gebäuden und einem zerſtörten Wachtthurm bot ſich dann wieder als ein ſchauriges Denk⸗ mal der blutigen Fehden dar, die nun ſchon ſeit Jahrhun⸗ derten in dieſen Gegenden zwiſchen Sarazenen und Chri⸗ ſten geführt wurden. Dann wieder ritt man durch Fluß⸗ betten, welche reißende Winterſtröme ausgewaſchen hatten.