Teil eines Werkes 
1. Band (1861)
Entstehung
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Die geheimen Pfade derjenigen Trupps, welche feindliche Ueberfülle beabſichtigten, mochten durch dieſe rauhen Gründe führen; oft genug kündete ein rohes Kreuz, auf einem wüſten Steinhaufen aufgerichtet, daß hier ein Platz ſei, auf dem manches Menſchenleben ausgehaucht; daß man⸗ cher Jüngling, der wenige Stunden zuvor noch in der Blüthe der Kraft unverwüſtlich ſchien, aus zahlloſen Wun⸗ den blutend, hier ſeinen letzten Kampf gekämpft, ſein ge⸗ brochenes Auge zum letzten Male auf das Kreuz am Griffe ſeines Schwertes gerichtet habe!

Das tiefe Schweigen der Gegend hatte ſich dem Zuge mitgetheilt, welcher ſich durch ſie bewegte. Die Königin, welche den ernſten Zweck ihrer Reiſe vor Augen hatte, gab das Zeichen dazu, nach welchem ihr Gefolge ſich rich⸗ tete. Man hatte die gewaltige, mauerumgürtete Stadt Granada aus den Augen verloren, und befand ſich auf einem Punkte, wo die Straße langſam abwärts ging. Dieſe wurde an der einen Seite durch eine mehr oder minder ſteile Bergwand begrenzt, an welcher dichtes Laubwerk wucherte und deren Windungen die dahinter gelegene Landſchaft verdeckten; an der andern Seite zog ſich eine weite, ſumpfige Wieſe hin, welche theilweiſe von einer dichten Hecke unfriedigt war. Plötzlich hörte man Flintenſchüſſe, und hinter dem Laubwerk hervor erhob ſich ein Hagel von Steinen, Pfeilen und Kugeln, welcher