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„Deine Stammgenoſſen prahlen damit, daß Aaron Avila ein großer Gelehrter in den geheimen Wiſſenſchaften iſt.“
„Ich habe,“ erwiederte Aaron,„die Kräfte der Natur zu ergründen und die Bahnen der himmliſchen Geſtirne zu beobachten und zu berechnen geſucht, und auf allen dieſen Wegen mich tief vor der Größe jenes Gottes in den Staub gebeugt, der auf dem Horeb im flammen⸗ den Buſche zu Moſes ſprach. Allein auf Donna Elvira von Viana habe ich nicht im Entfernteſten eingewirkt. Ihre Worte ſind auf keine Weiſe von mir veranlaßt worden.“
„Du läugneſt, Hebräer? Bedenke, daß wir Mittel beſitzen, Dich zum Geſtändniß zu bringen!— Wenn nicht die Milde Dich bewegen konnte, ſo möge der Schrecken Dein verhärtetes Herz erſchüttern und es zu beſſerer Erkenntniß bringen!“
Torquemado winkte bei dieſen Worten ſeinen Ge⸗ noſſen, indem er die Hand erhob. Die Beiſitzer ſprachen leiſe mit einander, dann entfernte ſich Einer von ihnen. Gleich darauf öffnete ſich eine Thür und der Gefeſſelte ſah in einen Raum, in dem ſich verſchiedene Inſtrumente befanden. Ihre Form verrieth ihre gräßliche Beſtim⸗ mung. In der Mitte dieſer Marterkammer ſtand neben der Folter ein gräulicher Menſch, mit entblößten Armen und Füßen, der die Augen mit der Tücke der Hyäne, die auf ihren Raub lauert, auf den Juden gerichtet hielt.


