Teil eines Werkes 
1. Band (1861)
Entstehung
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durch anderartige Teufelskünſte ein Mitglied unſerer Kö⸗ nigsfamilie berückt, daß ſie ſich zu Deinem verfluchten Glauben neigt, daß ſie laut als Eure Fürſprecherin auf⸗ tritt und ſich ſogar herausnimmt, die Diener der heiligen Hermandad zu tadeln. Schönheit, Jugend, Reichthum, irdiſche Hoheit und ein unerſchrockener Geiſt ſind das Eigenthum dieſer Tochter des Fleiſches— allein was nützen alle weltlichen Vorzüge, wenn das Herz auf dem Wege der Verderbniß wandelt?— Du wirſt alſo beſchul⸗ digt, eins der ſchändlichſten Verbrechen begangen zu ha⸗ ben, das jedoch von Deinen Stammgenoſſen nicht ſelten verübt wird: Du haſt Dich bemüht, eine Chriſtin zu dem verfluchten Glauben Derer hinüberzuziehen, die den Heiland an's Kreuz ſchlugen.“

Die immer heftiger werdende Rede des Prieſters erſchütterte jedoch den Angeklagten durchaus nicht. Als jener endlich ſchwieg, entgegnete der Letztere mit ver⸗ ächtlichem Lächeln:

„Wenn Du von Donna Elvira von Viana ſprichſt, Mönch, ſo wird Deine Anklage leicht entkräftet. Ich habe jenes junge Mädchen nicht geſehen, auch in keinerlei Ver⸗ bindung mit ihr geſtanden, ſeit ſie vor zwei Jahren mit der Königin in Malaga war, und alſo kann ich auf ihre Geiſtesrichtung keinen Einfluß gehabt haben.“

„So wirſt Du durch geheimnißvolle Zauberkünſte unſichtbar auf ſie eingewirkt haben,“ rief Torquemada.