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auf eine oder die andere Weiſe lächerlich machen. Ich nehme
mich ſelbſt nicht aus und werde meine Fehler in der Erzählung meiner Lebensgeſchichte ſelbſt anführen.“—
28. Meta von Zehren gehört zu den bedauernswer⸗ then Opfern des Hexenglaubens. Es wäre eigentlich nöthig, ihr ſchlichtes Bild Andern gegenüber zu ſtellen, die ebenfalls der Hexerei verdächtig waren, indeſſen durfte ich bei dieſer Nachtſeite in der Geſchichte des weiblichen Geſchlechtes nicht länger verweilen, wenn auch die damit verwandten magne⸗ tiſchen Erſcheinungen vorkommen ſollten.
29. Das Leben der Neuberin erzählen verſchiedene Bücher; möge man ihr ein Plätzchen gönnen.
30. Die Karſchin galt einſt für Deutſchlands Sappho und hatte Stolz genug, ſich ſelbſt bisweileu ſo zu nennen, wenn gleich ſie es ſonſt verbat. Ihr Bild iſt von der Hand einer liebenden Tochter aufbewahrt und tritt zugleich mit vieler Beſtimmtheit aus ihren Liedern hervor. Das unter ihren Namen geſetzte Motto zeigt, daß kein Ehrenname weni⸗ ger ihr zukommt, als der Sappho's, ohne dieſe Bemerkung wird man jene Verszeilen ſchwerlich zu deuten wiſſen.—
31. Maria Thereſia lernen die Leſerinnen vollſtändig aus dem Werke von E. Duller: Maria Thereſia und ihre Zeit, kennen, welches bereits in fremde Sprächen überſetzt iſt. Auch die„Denkwürdigkeiten“ der K. Pichler benutze ich.
Bange ergreifend ſind die republikaniſchen Frauen, 32. Charlotte Corday und 33. Manon Roland. Die Geſchichte des Weibes bietet kaum in irgend einer Zeit und unter andern Völkern auch nur Ein Gegenbild. Charlotte ſchwärmeriſch und jungfräulich, Manon glühend und bekannt mit aller Süßigkeit des Lebens— welch kühnen Einblick in unverſchleierte Frauenſeelen gewähren Beide! Im Innern waltet es dämoniſch und doch iſt die äußere, faſt imponirende Ruhe der Geſtalten nicht erkünſtelt, noch erzwungen. Manon nenne ich die Kaſſandra der Revolution, ich weiß, daß man ſie auch die Circe genannt, und will nicht widerreden. Ihre Memviren, denen ich in meiner Skizze nachgieng, ſind ein
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