ſeltenes Denkmal eines Geiſtes, der im Angeſicht der Guil⸗ lotine noch in idylliſchen Jugenderinnerungen ſchwelgt, mit epikurdiſcher Laune ſein eigenes Portrait mahlt, und die von der Zeit und dem Kummer noch nicht gewelkten Reize faſt in dem Augenblick muſtert, wo der Henker mit der Guilloti⸗ nentoilette eintritt. Charlotten zeichne ich nach Memoiren aus jener Zeit und nach Jean Paul, ihrem eifrig beredten Vertheidiger. Vielleicht wird man beiden Frauen gegenüber die Königin Marie Antvinette vermiſſen, die ich nur ungern ausſchloß.
34. Luiſe von Preußen iſt durch einige Biographien dem großen Kreiſe ihrer Verehrer bekannt geworden, z. B. durch Frau von Berg. Am wenigſten bietet: Luiſe Königin von Preußen, ein Denkmal. Berlin 1810, denn der unge⸗ nannte Verfaſſer läßt ſich faſt blos darauf ein, die Feſtlich⸗ keiten herzuzählen, welche man dem Könige und ſeiner Ge⸗ mahlin auf verſchiedenen Reiſen zum Empfange bereitet; ein Denkmal von Luiſens Geiſt und Leben iſt im Uebrigen dieſe Schrift gar nicht. Das Bildniß der Königin iſt gelungen. In neuſter Zeit ſind die„Charakterzüge“ und hiſtor. Frag- mente aus dem Leben Friedrich Wilhelms III.“ von Eylert (Magdeburg 1843. 3. Aufl.) ſehr belehrend und enthalten treffliche Nachrichten über die Königin.
35. Die Seherin von Prevorſt ſtellt uns die Poeſie des Magnetismus daär. Es kam hier gar nicht auf die zahl⸗ loſen Einwürfe der Gegner an, die mir wohl bekannt ſind. Wer über ſolche Erſcheinungen mitreden will, darf ſich übri⸗ gens nicht auf dieſe ſchriftlichen Darſtellungen einzeler Fälle ſtützen, ſondern muß in der Nähe ſelbſt beobachtet haben. Eine Traumdichtung einer Seherin von L. C. Wittich findet ſich in meinen„Sieben Büchern deutſcher Sagen und Legen⸗ den,“(Darmſtadt 1839) ſowie im„deutſchen Sagenbuch“ 2te Aufl. Darmſtadt 1845, auf welche ich der Kürze wegen verweiſen will. J. Kerner möge mir nicht zürnen, daß ich für den gegenwärtigen Zweck nicht tiefer eingieng.—


