Teil eines Werkes 
2. Band (1845)
Entstehung
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des Haidekrauts, der Moosblümlein, der kleinen weißen und blauen Glockenblumen. Sie hält ſich an das Kleinvolk der Natur; ſie hat ein Ohr für das Zirpen der Grille, für das Plätſchern des Wald⸗ bachs, ſie hat ein Auge für die kleinen Abendnebel— wölkchen der Wieſe, ſie verſchmäht die eitle prächtige Seite der Natur, um die unbelobte, ſtille, genußſüße Seite aufzuſuchen. Dies trifft mit ihrem Kindes⸗ charakter zuſammen. Sie bettet ſich gern ins Gras, läßt Kornähren über ſich zuſammenſchlagen, erklettert Bäume und wiegt ſich in deren Wipfeln.— Ich ſchreibe dieſe treffende Stelle aus dem Gedächtniß nieder und wenn ich nicht die nämlichen Worte gebe, der Sinn iſt es gewiß. Der Ungenannte fügt hinzu, dieſe Anmuth Bettina's ſei weit von dem verſchie⸗ den, was die Welt ſo nenne, darum ſolle ſie jedoch die weltliche Grazie nicht verdammen: denn was ſollte daraus werden, wenn unſere Frauen, ſie mö⸗ gen ſchreibende ſeyn oder nicht, dieſer Bettiniſchen Grazie ſich befleißigten? Davon freilich müſſen wir abſehen. Es gäbe kein übleres Mißverſtändniß, als wenn Frauen die poetiſchen Geſtalten ihres eigenen Geſchlechts, die ihnen aus der Geſchichte und Dich⸗ tung entgegen geführt werden, durchweg als Muſter betrachteten, denen ſie nachſtreben ſollten! Welche Verirrungen dann nothwendig würden, liegt am Tage. Bettina und Rahel verſuchen wir mit ein⸗ ander zu vergleichen. Wir laſſen Fanny Tarnow